[netznetz.net] Ö1 SYMPOSIUM 31. März 2009. Creative Cities - Das Versprechen der kreativen Ökonomie
Stefan Lutschinger
s.lutschinger at digitaldrafts.at
Mon Mar 23 15:37:27 CET 2009
Geschätzte Netznetzler/innen,
hiermit leiste ich der Bitte der Veranstalterin Ina Zwerger Folge,
ihre Einladung zu diesem hochkarätigen Symposium weiterzuleiten.
Klaro, nicht nur weil ich ihre Arbeit seit langem schätze, sondern
weil sich diesmal dort auch noch viele gute Freunde und alte Bekannte
zusammenfinden. Yeah, wär ich grad in Wien, ihr fändet mich sicher dort!
Herzliche Grüße,
Stefan
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Ö1 SYMPOSIUM 31. März 2009
Creative Cities
Das Versprechen der kreativen Ökonomie
Flexibel und selbstbestimmt werken Menschen in kreativen Berufen rund
um die Uhr, mit viel Enthusiasmus, oft ohne soziale Sicherheit. Statt
fremdbestimmter Lohnarbeit ist Selbstverwirklichung angesagt. Wo sich
„kreative Cluster“ bilden, florieren Bars, Boutiquen und Galerien.
Die Stadt wird zur Spielwiese für die "kreative Klasse" und das Image
der kreativen Ökonomie zur positiven Utopie. Der „Künstler-
Unternehmer“ oder der „Unternehmens-Künstler“ gilt in Zeiten der
Krise als Idealtypus. Doch wie viel haben Kunst und Unternehmertum
wirklich gemeinsam? Wie vertragen sich künstlerische
Gesellschaftskritik und wirtschaftliches Gewinnstreben?
2009 ist das "Jahr der Kreativität und Innovation" und die
Europäische Union hat sich „Die Förderung der Kreativität für alle“
auf ihre Fahnen geschrieben. Mit dem Ende des Industriezeitalters
werden die „Creative Industries“ von Regierungen weltweit als
wirtschaftliches Hoffnungsgebiet beschworen. Kreativität wird dabei
als unerschöpfliche Ressource, gar als „Öl des 21. Jahrhunderts“
mystifiziert. Arbeitsplätze – so wird suggeriert – schafft man sich
selbst, im Home Office, im virtuellen Netzwerk. Befristete "Projekte"
ersetzen immer öfter den Job auf Lebenszeit. Lebenslanges Lernen soll
die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch von der Wertschöpfung der
„Ideenwirtschaft“ profitieren nur ganz wenige, meist große
Unternehmen der Kulturindustrie. Das durchschnittliche Einkommen der
„cultural workers“ ist sehr gering. Entsteht damit ein neues
intellektuelles Proletariat, eine Art Tagelöhnertum im Zeitalter von
Web 2.0., selbständig aber doch nicht frei?
Was macht diesen Lebensentwurf dennoch attraktiv? Ist es die
Vorstellung aus dem Hobby einen Beruf zu machen? Ist es die Hoffnung
auf Star-Ruhm? Oder einfach der Mangel an Alternativen? Muss nun
"jeder ein Künstler" werden, frei nach Joseph Beuys? Oder müssen alle
Künstler/innen ins Betriebswirtschaftsseminar?Und ist nicht der Zwang
zur ökonomischen Verwertbarkeit für das kreative Schaffen letztlich
kontraproduktiv? Lässt sich Innovation auf Knopfdruck herstellen? Vor
welchen Herausforderungen stehen Kunstförderung und Aus- und
Weiterbildungsinstitutionen?
Vorträge: Richard Barbrook, Westminster University, London; Diedrich
Diederichsen, Kulturwissenschafter, Berlin / Wien; Geert Lovink,
Institute of Network Culture, Amsterdam; Inke Arns, Hartware
Medienkunstverein, Dortmund; Jaime Stapleton, Experte f. Intellectual
Property, University of London; Maurizio Lazzarato, Soziologe und
Philosoph, Paris.
Diskussion
Vom Versprechen der kreativen Ökonomie: Fantasma oder Paradigmenwechsel?
- Andreas Spiegl, Vizerektor der Akademie der Bildenden Künste
- Monika Mokre, Politikwissenschafterin (FOKUS)
- Christoph Thun-Hohenstein, departure Geschäftsführer
- Stefan Leitner-Sidl, Gründer der Schraubenfabrik
- Walter Gröbchen, Labelbetreiber
- Marion von Osten, Künstlerin
Künstlerische Interventionen:
Marlies Pöschl /cre-activity check;
Djana Covic & Fahim Amir / from live models
tagr.tv
Zeit: 31. März 2008, 14.00 - 20.00 Uhr
Veranstaltungsort:
RadioKulturhaus, Großer Sendesaal,
Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Veranstalter: Radio Österreich 1, Wissenschaftsredaktion
Konzept und Moderation: Ina Zwerger und Armin Medosch
EINTRITT FREI
In Kooperation mit
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, BMUKK;
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, BMWF;
departure wirtschaft, kunst und kultur gmbh;
Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds, WWTF;
Akademie für Bildende Kunst, Wien
Im Radio, Ö1
Radiokolleg, 23. – 26. 3., jeweils 9.05 Uhr / 22.15 Uhr
Creative Cities. Das Versprechen der kreativen Ökonomie.
matrix, 5.4. , 22.30 Uhr
Creative Class. Von immaterieller Arbeit und materieller Not
Programm und weiterführende Infos:
http://science.orf.at/science/events/154581
http://oe1.orf.at/highlights/135264.html
http://www.thenextlayer.org/node/803
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