[netznetz.net] Leo ´s 15 Anträ ge vom Sonntag
Andreas Leo Findeisen
a.findeisen at akbild.ac.at
Wed Dec 5 21:02:45 CET 2007
Hallo Community.
Am Sonntag wurde 5 Stunden lang, nun ja,
diskutiert.
Ich wurde gebeten, die folgenden
Antraege einmal online zu stellen.
Es handelt sich ausnahmlos um
Versuche, das von der Stadt vorgeschlagene
Jury-Modell zu korrigieren.
Und zwar so, möglichst konkret und umsetzbar, dass
das Kontinuum der Lernprozesse, die in den letzten
Jahren gemacht wurden, soweit möglich erhalten
bleibt.
Dafür wurde ich u.a. als âsubdevotâ und Ãhnliches
bezeichnet, weil ich praktisch bereit sei, den
Autonomieverlust der âCommunityâ beim weiteren
Gestalten der Modelle hinzunehmen.
Gleichwohl, meine Fähigkeit, die Schuld für Prozessmängel
immer im AuÃen zu suchen und auch âzu findenâ, ist
bei mir nicht so ausgeprägt wie bei der Handvoll Leute dieser Meinung.
Wenn die unser Modell vertretende Lokalpolitikerin
im Gemeinderat kämpfen muss und keine Unterstützung von
uns bekommt, indem wir unsere Versprechungen halbwegs
einhalten, wenn gleichzeitig KünstlerInnen massiv nach einer Jury für Ihren
Bereich fragen, gleichzeitig unsere alte Koordination dass weder
klar genug meldet und die Meta-Community die gleiche Lage ins
Radar bekommt ... und wenn dann die Fehler der letzten Vergabe
lauter als die 90% interessant und ok.-vergebenen thematisiert
wird usf. - dann wundere ich mich nicht darüber, wenn ich meine
Empörung über Stil und Form der städtischen Intervention nur
nochmals wiederholen kann.
Doch wir haben 500.000 für ein Experiment zur Verfügung gestellt bekommen.
Mein Ziel besteht darin, soviel wie möglich im Sinn des alten
Netznetz-Experiments
noch zu verändern und das dritte Jahr mit der Jury Erfahrungen zu sammeln.
Ich kann deshalb meinen Respekt für andere Meinungen gerne aufrecht
erhalten â es ändert nichts daran, dass am übernächsten Sonntag, 16.12.2007,
entweder
ein neues Koordinationsteam zu dieser Arbeit bereit ist und gewählt wird,
und dann auch von einer spürbaren Mehrheit
von uns getragen wird, oder es steht zu erwarten, dass der Stadtrat
die gesamte Summe NUR NOCH über Juries vergeben wird.
An alle: Sucht es euch aus.
Und an die Adresse derer, die so gerne so schnell alles auflösen wollen:
solche, die es mit gebaut haben und die 500.000 seitdem zwei Jahre
schon in immer neuen Vergabemodellen umsetzen, hattet ihr
übrigens kaum aufzuweisen. Diese haben auch mitverhindert,
dass ein gutes Dutzend Leute dort sich angemaÃt hätten, ânetznetzâ
per âCP-Beschlussâ einfach âaufzulösenâ.
Wäre euch das gelungen, wäre alle Selbstverwaltung â in euren
Augen â gescheitert. Ein jämmerliches Ergebnis, nach einem gar nicht
so schlechten zweiten Jahr, was die Ergebnisse und das internationale
Echo betrifft. Und ihr hättet dann erklären müssen, warum
ihr so gehandelt habt. Und zwar von genau diesem ERGEBNIS
her gesehen, nämlich: alle Mitbestimmung verschenkt zu haben.
Das will ich auf keinen Fall, daher hier die folgenden Anträge.
netznetz ist den Kampf ALLEMAL wert, es ist nicht nur ein Pionierprojekt,
es hat auch in vielen Aspekten Erfolg gehabt und Wien hier und da
nach vorne gebracht ...
Ernste Tage ... !
Klarere Gedanken ...?
Leo
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Die folgenden Anträge sind in Basisanträge und Teilanträge
unterteilt.
Basisanträge bestimmen den betreffenden Budgetteil der von
Netznetz mitbestimmten Vergabe oder die beteiligten Gremien / Abteilungen,
Teilanträge bestimmen einen Unterteil und Einzelfragen der Vergabestruktur.
Leo Findeisen, 2.12.2007
EINRICHTUNGEN:
Basisantragâ Einrichtungen A: Ober/ Untergrenzen bei der Förderung von
Einrichtungen pro Jahr / Institution
Es wird beantragt, für die Einrichtungen, wie im Jahr 2007 unter der
Selbstbestimmung eingerichtet, eine jährliche Höchst- und
Mindestfördergrenze einzurichten, an die sich die MA 7 bei ihrer
Vergabepraxis als Richtlinie hält.
Teilantrag â Einrichtungen A 1: Obergrenze bei der Förderung von
Einrichtungen pro Jahr / Institution
Die im Jahr 2007 eingerichtete Fördergrenze belief sich auf ⬠25.000.
Deshalb wird beantragt, per Abstimmung eine Entscheidung der Community über
die Beibehaltung dieser Obergrenze von 25.000 in 2008 und 2009 festzulegen.
Bei einer angestrebten und notwendigen Erhöhung dieses Förderungsbudget
würde diese Obergrenze für Einrichtungen neu zu diskutieren sein, da
umstritten ist, ob dieser Betrag für einige Einrichtungen nicht zu gering
ausfällt.
Teilantrag â Einrichtungen A 2: Untergrenze bei der Förderung von
Einrichtungen pro Jahr / Institution
Wie im Jahr 2007 unter der Selbstbestimmung eingerichtet, gab es auch eine
Untergrenze für Einrichtungsförderungen. Um diesen Budgetteil der
Einrichtungen von seiner Funktion her von Förderungen von Digitaler Kunst
und Digitaler Kultur strikter als Unterstützung von Infrastrukturkosten
bleibender Einrichtungen (Miete, Strom, Heiz- und Telekommunikationskosten,
etc.) zu trennen, wird beantragt, eine Mindestförderung bei Einrichtungen
von ⬠5000 als Entscheidung der Community festzulegen, welche im Unterschied
zur Obergrenze als "SOLL"-Bestimmung zu handhaben sei.
DIGITALE KUNST / DIGITALE KULTUR:
Basisantrag Jury A:
Das Besondere und Innovative an den Vorbereitungs-, Publikations- und
Ablaufsprozessen der unter der von netznetz-Selbstbestimmung 2006 und 2007
entwickelten Fördervergaben bestand u.a. darin, dass im Unterschied zu
herkömmlichen Modellen der Juryvergaben die Antragsinhalte vor der Vergabe
öffentlich im Netz zugänglich waren, die Entscheidungsprozesse in wichtigen
Aspekten transparent gehalten, deren Richtlinien und Vergabepraxen von der
netznetz-Metacommunity modifiziert werden konnten und schlieÃlich die
Ergebnisse sofort nach der Vergabe öffentlich sowie im Netz zugänglich
waren. Die Aufmerksamkeitsströme, die Entscheidungsabläufe und in Folge die
Finanzströme wurden miteinander parallelisiert. Es wird beantragt, dass in
den künftigen Prozesse und Kommunikationen zwischen der Jury, den
AnträgerInnen, den Antragsinhalten, den Vergabeergebnissen sowie der
Kommunikation zwischen der MA7 und der netznetz-Metacommunityspiel diese
Parallelisierungen soviel als möglich beibehalten werden.
Teilantrag â Jury A1: Information über SchlieÃung der
Jury-KandidatInnenliste
Die von der Stadt ausgesuchten KandidatInnen für eine Jury werden von der
Stadt zugelassen und von der netznetz.-Meta-Community gewählt. Es wird
beantragt, dass zwei Wochen vor Abschluss der internen Liste der MA 7 eine
Nachricht über die netznetzliste gesendet wird, dass die Liste in zwei
Wochen geschlossen wird, damit ggf. noch weitere KandidatInnen angesprochen
und empfohlen werden können.
Teilantrag â Jury A2: Internationale Jury-Zusammensetzung
Die kommende Jury wird dann gut arbeiten können, wenn das Wissen um lokale
ProtagonistInnen, Labels, Institutionen und Vernetzungen ebenso vorhanden
ist wie das Wissen um internationale Trends in Digitaler Kunst / Digitaler
Kultur in seinen Werken, Publikations- und Verbreitungsmedien und
Festivalformen. Deshalb wird beantragt, dass mindestens zwei der vier
Personen der Jury einen Wohnsitz auÃerhalb von Ãsterreich haben sollten oder
mehrere Jahre im Ausland in diesen Kulturbereichen während der letzten zehn
Jahre tätig waren.
Teilantrag â Jury A 3: Gewährleistung der internationalen
Jury-Zusammensetzung
Um die möglichen Mehrkosten dafür sicherzustellen, wird zudem beantragt,
dass die MA 7 zusammen mit der netznetz-Koordination ein ausreichendes
Administrationsbudget für diese Zusammensetzung bereitstellt, dass nicht aus
den Fördermitteln der ⬠500.000 stammt.
Teilantrag â Jury A 4: Autonomie der Koordination zur Gewährleistung der
internationalen Jury-Zusammensetzung
Wenn dies nicht bis zum astronomischen Beginn des Frühjahrs 2008 aus anderen
Mitteln von der MA 7 beigebracht werden konnte, ist die
netznetz-Koordination berechtigt, nach eigenen MaÃgaben und in Absprache mit
der MA 7 die nötigen Mittel von den anderen Budgetteilen diesem Zweck
zuzuführen.
Teilantrag â Jury A 5: Gender Mainstreaming in der Jury-Zusammensetzung
Es wird beantragt, dass die gesellschaftlich mittlerweile übliche
Bestrebung, öffentliche Gremien nach Möglichkeit paritätisch mit Männern und
Frauen zu besetzen, auch für die Vergabejury festzulegen, mit einem
Frauenanteile von mindestens zwei, höchstens drei Mitgliedern der Jury im
Sinne einer Soll-Bestimmung.
Teilantrag â Jury A 6: Unabhängige Arbeit der Jury bei gleichzeitig
verbindlicher Kenntnisnahme der bisherigen Erfahrungen (dokumentierte
Richtlinien)der netznetz-Metacommunity bei der Fördervergabe
Die Koordination wird beauftragt, die grundlegenden Linien der Diskussionen,
Vergabemodelle und Ergebnisse samt Analysen des bisherigen Vergabemodelle
und der zugrundeliegenden Richtliniern bis zum Zusammentreten der ersten
Vergabejury in einem Richtlinienpapier zusammenzustellen, in einem
Community-Plenum vorzustellen und dann der Jury, ggf. in deutscher und
englischer Sprache, vorzulegen. Die Jury wird eingeladen, dich in ihren
Entscheidungen zu den Budgetteilien "Digitale Kunst" und "Annual Convention"
in ihrem Ermessensrahmen an diesen Richtlinien zu orientieren.
Teilantrag â Jury A 7: Nicht-stimmberechtigter Beisitz der
netznetz-Koordination in bei den Juryvergaben
Im Sinne eines transparenten Informationsflusses wird beantragt, dass eine
Person der gewählten netznetz-Koordination als Beisitzer/In das Recht hat,
den Juryvergaben beizuwohnen, ohne Stimmerecht, aber im Protokoll angeführt.
Die Form des Protokolls und weitere Ãbereinkünfte aller Beteiligten zur
öffentlichen Kommunikation der Ergebnisse obliegen der Vergabejury.
Teilantrag â Jury A 8: Gemeinsame Organisation des Ortes von
netznetz-Koordination und MA 7 für die Juryvergaben
Es wird beantragt, dass der Ort und die Räumlichkeit der Juryvergaben in
jeweils verschiedenen Ãrtlichkeiten abgehalten werden und dieselben
gemeinsam zwischen MA 7 und der netznetz-Koordination organisiert werden.
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Teilantrag Digitale Kunst A 1:
Es wird beantragt, dass zumindestens die Titel, Untertitel von Anträgen zur
Digitalen Kunst, die beantragenden Personen und /oder Rechtspersonen sowie
eine Beschreibung der Inhalte von zumindestens ein bis zwei Absätzen (2000
Zeichen) vor und nach den Vergaben öffentlich auf der netznetz-Webseite
zugänglich gemacht werden.
Die Aufarbeitung dieser Inhalte soll in Kooperation zwischen der MA 7 und
der netznetz-Koordination organisiert werden. Form und Inhalt dieser
Beschreibung obliegt den jeweiligen Antragsstellern/Innen, um ggf. durch
abstrahierende Darstellung nur Informationen preiszugeben, die diese auch
öffentlich zugänglich machen wollen.
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Basisantrag Annual Convention
Die bisherigen zwei Annual Conventions waren angesichts des mit nur â¬
100.000 geringen Budgets ein wesentlicher Erfolg für den lokalen und
internationalen Ruf der Wiener Szenen in Digitaler Kunst und Digitaler
Kultur.
Es wird beantragt, dass anzustreben ist, dass sich Vereine auch für Teile
der Annual Convention, also allein für Workshops, Rahmenevents und die
Gestaltung von mindestens einem, höchstens zwei Panels des Symposiums
bewerben können. Ein geschätztes Budget eines Teilantrags ist demselben
beizufügen.
Die von der Jury ausgewählte Rechtsperson, bzw Person, die für die
Gesamtkoordination
vorgesehen ist, soll während der Vergabe telefonisch erreichbar sein, um die
Bereitschaft
zur Kooperation mit Teilanträgen sowie deren tatsächliches Budget zu
akkordieren.
Die Realisierung und Abwicklung solcher Teilanträge obliegt der beauftragten
Koordination der Annaul Convention. Ziel ist eine breite Einbindung von
Ideen und Personen, ohne die Gesamtkoordination zu erschweren oder gar zu
verunmöglichen.
Diese Vorgangsweise braucht eingangs etwas Geduld und
Kooperationsbereichtschaft bei allen Beteiligten, würde auf der anderen
Seite ca. 20% des Budgets der Annual Convention
An verschiedene Vereine gehen lassen.
Teilantrag Annual Convention A 1 - Spezialantrag in der Höhe von einmal â¬
3000
Es wird beantragt, dass ein Spezialantrag in der Höhe von ⬠3000 von der
Jury vergeben werden können, die besondere Ideen und Möglichkeiten der
innovativen Organisation von Informationsflüssen zwischen Teilen der Annual
Convention, zu ihrer Vor- und Nachbereitung im Internet oder anderen
Aspekten der Annual Convention vergeben werden kann. Vorbild ist hier der
Antrag von Clifford Wolf im Jänner 2007, der eine besondere Struktur des
Unconferencing zu programmieren vorschlug.
Auch der Antragssteller eines Spezialantrages soll während der Juryvergabe
telefonisch erreichbar sein, um eine grundlegende Realisierung seines /
ihres Konzeptes mit der Jury zu akkordieren.
Teilantrag Annual Convention A 2 - Abschlussbericht der Koordination der
Annual Convention
Es wird beantragt, das die Koordination der Annual Convention innerhalb von
vier Wochen nach Abschluss der Annual Convention einen umfassenden
Abschlussbericht über die eigene Einschätzung der verschiedenen Teile, des
Pressespiegels, der lokalen und internationalen Einbindung von Konzepten und
Personen, etc. verfertigt.
Dieser Bericht soll zur Diskussion und Evaluation durch
netznetz-Koordination, der netznetz-Meta-Community sowie der MA 7 und der
Vergabeentscheidungen der Jury für die folgende Annaul Convention dienen.
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